In den letzten Jahren berichteten Piloten immer häufiger über Turbulenzen während des Fluges. Zwei britische Klimaforscher haben nun in einer Studie gezeigt, dass die Turbulenzen im nordatlantischen Flugverkehr zunehmen und bis 2050 doppelt so häufig auftreten werden. Da die Turbulenzen auch heftiger ausfallen, wird sich der Komfort für Passagiere und Besatzung beträchtlich reduzieren. Doch ist zu befürchten, dass die Gefahr von starken Turbulenzen im gesamten Luftraum signifikant steigen wird.

In der britischen Studie wurde nur der mit 300 Flügen pro Tag stark frequentierte Nordatlantik untersucht. Dabei simulierten sie mit einem Klimamodell den CO2  Gehalt vor der industriellen Revolution. Dann ließen sie den CO2  Gehalt stufenweise ansteigen bis zum 2-fachen des Ausgangswertes. Sie gingen von einem mittleren Anstieg der Treibhausgas-Emissionen aus, dem sogenannten A1B Szenario. Nach diesem Szenario dürfte der doppelte CO2 Gehalt etwa zur Mitte des Jahrhunderts erreicht werden.

Mit 21 Turbulenz-Modellen wurden nun die Auswirkungen des CO2 Anstieges simuliert. Die Ergebnisse waren ernüchternd: 20 Modelle ergaben einen Anstieg der mäßigen bis starken Turbulenz um 40 bis 170%. Die meisten lagen bei 100%, was einer Verdoppelung der turbulenten Ereignisse entspricht. Die Intensität der Turbulenzen könnte dabei bis 40% zunehmen.
Die Forscher beschränkten sich in ihrer Studie auf den Strahlstrom (Jet Stream), ein Starkwindfeld in 8 bis 12 km Höhe. Vor allem dort tritt die sogenannte Clear Air Turbulence (CAT) auf, die bis heute kaum vorherzusagen ist und auch vom Piloten nicht erkannt werden kann.

Für die Forscher war damit klar, dass die Berichte der Piloten einen eindeutigen Trend zeigen. Doch werden sich nicht nur Passagiere und Besatzung auf häufigeres Durchschütteln einstellen müssen, auch die Fluglinien werden auf die sich ändernden Bedingungen reagieren müssen:

  • Die Flugzeiten verlängern sich
  • Der Treibstoffverbrauch steigt
  • Die Kosten steigen
  • Die Emissionen nehmen zu.

Der Flugverkehr ändert durch seine Emissionen das globale Klima. Jetzt zeigt die Studie, dass das Ganze auch umgekehrt funktioniert: der Klimawandel beeinflusst den Flugverkehr. Man kann auch ironisch feststellen: Die Natur schlägt zurück!

In dem Artikel „Wenn der Kaffee aus der Tasse schwappt“ wurden die verschiedenen Arten von Turbulenz vorgestellt. Grundsätzlich gilt: Die Luft befindet sich in turbulentem Zustand! Auch wenn wir das Gefühl haben, es sei windstill, bewegt sich die Luft. Und wenn sie sich bewegt, dann ist sie turbulent. Das bedeutet, dass wir jederzeit und an jedem Ort mit Turbulenzen rechnen müssen.
Durch den Klimawandel passiert nun zweierlei:

  • Die Luft wird wärmer.
  • Wärmere Luft kann mehr Wasserdampf speichern.

Das bedeutet, dass die in einem Luftvolumen verfügbare Energie zunimmt und zwar auf zweierlei Art und Weise:

  • Wird Luft erwärmt, nimmt die Energie im Luftvolumen zu. Das ist das Prinzip der Dampfmaschine oder des Verbrennungsmotors, wo die Luft so stark erhitzt wird, dass durch die Ausdehnung der heißen Luft ein Kolben bewegt wird.
  • Wird die Luft wärmer, verdunstet mehr Wasser. Dafür ist Energie notwendig, die dem Wärmevorrat des Luftvolumens entnommen wird. Je wärmer die Luft ist, umso mehr Wasserdampf kann die Luft aufnehmen. Kondensiert nun der Wasserdampf zu kleinen Wassertröpfchen, wird die Energie wieder frei, die vorher zum Verdunsten benötigt wurde und die Luft erwärmt sich.

Die Luft enthält also zwei unterschiedliche Energievorräte:

  • Der Energievorrat, der durch die Temperatur der Luft bestimmt wird. Da die Lufttemperatur als kalt oder warm empfunden wird, nennt man das die fühlbare Wärme.
  • Der Energievorrat, der durch den Wassergehalt der Luft bestimmt wird. Da die Energie zum Verdunsten wie auch der entsprechende Energiegewinn beim Kondensieren im Wasser gebunden (lat.: latent) ist, wird das als latente Wärme bezeichnet.

Fühlbare wie auch latente Wärme steigen nun in einer sich erwärmenden Welt, d.h. die beiden Energievorräte steigen immer weiter an. Nun kann Energie nicht verschwinden, sondern sich nur in eine andere Form verwandeln. Erinnern wir uns der Tatsache, dass die Luftströmung – auch wenn sie noch so schwach erscheint – grundsätzlich turbulent ist, dann dürfte klar sein, dass die turbulenten Erscheinungen sich häufen und Stärke und Intensität zunehmen werden.

Die Studie der britischen Wissenschaftler beschäftigte sich hauptsächlich mit dem Strahlstrom, weil dort durch die hohen Windgeschwindigkeiten von 100 km/h bis über 300 km/h die turbulenten Erscheinungen besonders häufig und stark anzutreffen sind. Aus dem oben Gesagten dürfte aber auch klar sein, dass in Zukunft im gesamten Luftraum zu allen Jahreszeiten die Gefahr von Turbulenzen signifikant zunehmen wird, egal ob bei Transatlantikflügen in großen Höhen, beim Landeanflug oder bei Flügen mit kleinen VFR Maschinen.

Der Originalbericht "Intensification of winter transatlantic aviation turbulence in response to climate change", von Paul D. Williams & Manoj M. Joshi, ist erschienen in Nature Climate Change, 08. April 2013 (online).

top

Accidents & Incidents

zum Jahr > 2019  > 2018  > 2017  > 2016  > 2015  > 2014  > 2013  > 2012  > 2011  > 2010

07. Januar 2021

Auf einem Alaska Airlines Flug von Washington, D.C., nach Seattle, sind 14 Passagiere tätlich geworden, haben keine Maske getragen und die Flugbegleiter angegriffen. Allen 14 Personen wurde ein Flugverbot für Alasaka Airlines Flüge erteilt.

04. Januar 2021

Eine American Airlines Boeing B737-800, auf dem Weg von Miami, Florida, nach Puerto Plata, Dominikanische Republik, musste wegen Probleme im Treibstoffsystem nach Miami zurückkehren.

02. Januar 2021

Eine Piper PA-24-250 Comanche, stürzte nahe New Hudson, Michigan, aus unbekannter Ursache ab. Die 3 Personen an Bord wurden tödlich verletzt. Die Maschine war in Canton, Georgia, gestartet. Der Pilot hatte nur eine Sichtflug-Berechtigung, flog aber nach Instrumentenflug-Regeln. Die Sicht am Flugplatz in New Hudson war außerordentlich schlecht.

29. Dezember 2020

Eine UTAir Boeing B737-500, auf dem Weg von Surgut, Russland, nach Krasnodar, Russland, musste nach Tyumen, Russland, ausweichen, da der Höhenmesser und die Geschwindigkeitsanzeige auf der Copiltenseite falsch anzeigten.

28. Dezember 2020

Ein Delta Airlines Airbus A330, auf dem Weg von New York, USA, nach Paris, Frankreich. landete außerplanmäßig in Kaflavik, Island, weil ein Triebwerksproblem aufgetreten war.

26. Dezember 2020

Der Copilot auf einem British Airways Flug von London, England, nach Athen, Griechenland, verlor während des Fluges das Bewusstsein. Die Maschine landete außerplanmäßig in Zürich, Schweiz.

25. Dezember 2020

An Bord eines Air Canada Airbus A320, auf dem Weg von Montreal, Kanada, nach Fort Lauderdale, Florida, geriet das Ladegerät eines Handys in Brand. Die Flugbegleiterin löschte das Feuer.

22. Dezember 2020

Eine Air Canada Boeing B737-800 auf dem Weg von Phoenix, Arizona, nach Montral, Kanada, landete außerplanmäßig in Tucson, Arizona, weil der Hydraulik-Druck am linken Triebwerk abfiel.

21. Dezember 2020

Der Kapitän auf einem Tibet Airlines Flug von Nanjing, China, nach Chengdu, China, wurde bewusstlaos während des Fluges. Der Copilot übernahm die Steuerung und landete sicher in Chengdu. Der Kapitän starb kurz darauf im Krankenhaus.

21. Dezember 2020

Zwei Passagiere auf einem Delta Airlines Flug von New York, LaGuardia, nach Atlanta, Georgia, öffneten während des Rollens die Kabinentür und verließen auf der Notrutsche die Maschine.

18. Dezember 2020

Ein Buddha Air Flug von Kathmandu, Nepal, nach Janakpur, Nepal, landete irrtümlich in Pokhara, Nepal, ca. 250 km entfernt. Während die Piloten dachten, auf dem richtigen Flugplatz gelandet zu sein, bemerkten die Passagiere den Irrtum. Die Passagiere wurden Stunden später direkt nach Janakpir befprdert.

16. Dezember 2020

Ein Alaska Airlines Airbus A320, auf dem Weg von Columbus, Ohio, nach Seattle, Washington, landete außerplanmäßig in Los Angeles, Kalifornien, weil das bordeigene Enteisungs-System und die Cockpit-Anzeigen auf der Co-Piloten Seite ausgefallen waren.

11. Dezember 2020

Ein Mann in Las Vegas sprang über den Flughafenzaun, kletterte auf ein abflugbereites Alaska Airlines Flugzeug und lief auf der Tragfläche umher. Die Polizei nahm den Mann fest. Das Flugzeug wurde auf Schäden untersucht.

09. Dezember 2020

Eine First Air ATR-42 erhielt auf dem Flug nach Pagnirtung, Kanada, Wetterdaten für den Flugplatz Puvirnituq, der deutlich höher liegt. Beim Anflug auf Pagnirtung kam deshalb das Bodenannäherungs-warngerät an. Die Eingabe ist schnell korrigiert worden.

04. Dezember 2020

Eine Japan Airlines Boeing B777, auf dem Weg von Okinawa nach Tokyo, Japan, erlitt während des Steigfluges einen Triebwerksschaden. Die Maschine kehrte nach Okinawa zurück.

Weiterlesen ...